Diagnose und therapeutischer Ansatz
Bei Diagnose und Therapie stützt sich der anthroposophische Arzt im Wesentlichen auf sein Wissen um die Viergliedrigkeit des physisch-seelisch-geistigen Menschenwesens sowie dessen Nerven-Sinnes-System, Gliedmassen-Stoffwechsel-System und  Herz-Kreislauf-System.

Der viergliedrige Mensch besteht - grob gesprochen - aus Physischem Leib, Ätherleib, Astralleib und dem Ich.

Der anthroposophische Arzt erhält wichtige Informationen, indem er den Menschen in seinen Polaritäten betrachtet.

Das Nerven-Sinnes-System und das Gliedmassen-Stoffwechsel-System sind solche entgegengesetzt tätige Systeme. Das Herz-Kreislauf-System bildet die ausgleichende, gesundmachende Mitte.

Die polaren Kräfte von Ruhe und Bewegung werden durch die Atmung und durch die Kreislauftätigkeit im mittleren Menschen rhythmisch verbunden und zum Ausgleich gebracht. Im gesunden Zustand befinden sich das Nerven-Sinnes-System, das Gliedmaßen-Stoffwechsel-System, das Herz-Kreislauf-System und die vier Wesensglieder in einem dynamischen Gleichgewicht. Einseitigkeit dagegen bedeutet Krankheit. Bei der Heilung handelt es sich daher darum, solche Einseitigkeiten aufzuspüren und aufzuheben.

Bei bestimmten Krankheiten greift auch die AM auf die Medikamente der Schulmedizin zurück, das sind aber die absoluten Ausnahmen; im Normalfall bevorzugt der anthroposophische Arzt jedoch immer spezifisch anthroposophische Arzneimittel und / oder künstlerisch-therapeutische Übungen, wie z.B. Heil-Eurhytmie, plastisch-therapeutisches Gestalten, Mal-Therapie, Musik-Therapie, Sprachgestaltung usw.