Rudolf Steiner hat  die Verdienste der Schulmedizin zwar gewürdigt, diese dennoch als 1/4 Medizin charakterisiert, die nach seiner Überzeugung dringend der Ergänzung durch anthroposophisch gewonnene Erkenntnisse bedarf.

Warum sprach Steiner von einer 1/4-Medizin?
 
Nun, weil sich die Schulmedizin, die ja, wie schon gesagt, Teil der materialistischen Naturwissenschaft ist, bei ihren Forschungen lediglich auf den physischen Leib
bezieht.

Die Schulmedizin hat sich in den letzten Jahrhunderten mit verengtem Bewusstsein einseitig nur auf die sinnlich wahrnehmbaren Vorgänge in der Natur (Physik, Chemie) konzentriert und daher beim Menschen ausschließlich den  physischen Leib untersucht.

Die materialistische Weltanschauung lässt eben nur gelten, was man sehen, hören, tasten, messen, wiegen, schmecken, riechen kann. Oder mit anderen Worten: Was mit den fünf Sinnen, oder deren Verlängerung (Fernrohr, Mikroskop etc.), nicht erfassbar ist, existiert für sie einfach nicht. Begriffe wie Seele, Geist, Himmel, Engel, Gott, Christus usw. sind  naturwissenschaftlich nicht greifbar, sie werden daher von der durch und durch materialistischen Schulmedizin, getreu nach der Vorgabe von Kant (Kategorischer Imperativ!) einfach in den Bereich des Glaubens verwiesen.

Und seien Sie ruhig skeptisch, wenn Ihnen ein waschechter Schulmediziner z.B. mit dem Begriff Seele kommt, dass er dann auch nur annähernd versteht, wovon er spricht!

Steiner dagegen hat in seinem umfangreichen Werk (ca. 70 Bücher und mehr als 6000 Vorträge) den Menschen mit großer Überzeugungskraft als ein körperlich-seelisch-geistiges Wesen dargestellt und dessen Zusammenhang mit dem  physischen, seelischen und geistigen Kosmos erläutert. Er hat den Menschen als viergliederiges Wesen beschrieben.

So besteht nach seiner übersinnlichen Erkenntnis der Mensch eben nicht nur aus dem physischen Leib, der uns allen sichtbar ist und den die Schulmedizin mit durchaus bewundernswertem Fleiß erforscht, sondern darüber hinaus aus den übersinnlichen Wesensgliedern

      • Ätherleib,
      • Astralleib und
      • Ich,

die zunächst allerdings nur dem hellsichtigen Bewusstsein zugänglich sind.

Steiner hat die vielfältigen Prozesse in und zwischen diesen vier menschlichen Wesensgliedern erforscht und die umfangreichen Ergebnisse dieser Forschung der Medizin allgemein zugänglich gemacht. Die Schulmedizin hat diese Forschungsergebnisse bisher jedoch aufgrund ihrer rigiden materialistischen Weltanschauung nicht zur Kenntnis genommen. Diese Tatsache wird sich für die Schulmedizin noch als sehr verhängnisvoll erweisen.

Diese Ignoranz wird zweifelsohne eines Tages ihren Untergang bedeuten.

Steiners Werk wird seit nunmehr rund 80 Jahren von den Vertretern der Naturwissenschaft so gut wie nicht zur Kenntnis genommen. Das ist insbesondere deswegen so, weil Steiner die von der Naturwissenschaft behaupteten engen Erkenntnisgrenzen (Kant) als nicht existent bezeichnet hat. Die Anthroposophie und die untrennbar mit ihr verbundene AM sind eine wissenschaftliche Errungenschaft auf allerhöchstem Niveau. Eine Wissenschaft jedoch, die nicht allein auf der naturwissenschaftlichen Grundlage steht, sondern eine Wissenschaft, die auch die seelischen und geistigen Daseinsbereiche und deren Interaktionen mit unserer natürlichen Welt in ihre Forschungen einbezieht.

Jedenfalls beruht nach meinem Dafürhalten die Unkenntnis der Schulmediziner über die AM zum einen an gezielter Desinformation und andererseits auf reiner Bequemlichkeit der Mediziner, sich ein eigenes Bild von der AM zu machen. Das Dilemma, das unsere heutige Medizin kennzeichnet, beruht zu einem großen Teil auf dieser fatalen Geisteshaltung.

Wie dem auch sei, es zeigen sich jedoch immer mehr Menschen mit unserem kranken Gesundheitswesen unzufrieden.