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Die Bedeutung des Fiebers

von der Schwangerschaft bis ins hohe Alter

27.Januar 1995

 

Es war in alten Zeiten,
Da lebte in der Eingeweihten Seelen
Kraftvoll der Gedanke,
Dass krank von Natur
Ein jeglicher Mensch sei.
Und Erziehen ward angesehen
Gleich dem Heilprozess,
Der dem Kinde mit dem Reifen
Die Gesundheft zugleich erbrachte
Für des Lebens vollendetes Menschsein.
 

Liebe Freunde, verehrte Anwesende!


Im letzten halben Jahr haben einige unserer lieben Freunde, die immer hier bei den Vorträgen mit dabei waren, den physischen Plan verlassen. Und gerade bei so einem Thema, wie es das heutige ist, kann man stark empfinden, dass sie auch weiterhin mit dabei sind, dass sie auch weiterhin unsere Arbeit begleiten und unterstützen, denn es war gar nicht so ganz sicher, ob der heutige Vortrag überhaupt gehalten werden konnte. Er hat schon eine lange Vorgeschichte. Im Frühjahr des letzten Jahres wurde ich aus Norden, der Stadt, die gegenüber von Norderney liegt, angerufen, ob ich einen Vortrag über das Fieber haften könnte, und zwar am 11. Oktober, also im Herbst, wenn die Sonne in der Waage steht. Ich hatte den Telefonhörer noch nicht richtig aufgelegt, da bekam ich einen Anruf aus Varel, ob ich einen Vortrag im Kindergarten über die Bedeutung des Fiebers halten könnte, und zwar am 10. Oktober. Sehen Sie, so etwas sieht aus wie Zufall, aber es hat schon seine Bedeutung, denn dieser 10. Oktober bzw. 12. Oktober ist ein besonderer Tag im Jahr. An diesem Tag steht die Sonne im Waagezeichen an einem Pentagramm-Punkt. Es ist einer jener Punkte, die ganz besonders mit der Menschheitsentwicklung zu tun haben, die in dem Vortrag von der „Siebenheit und der Zwölfheit“ beschrieben worden sind. Die gedachte Sonnenbewegung im Tierkreis umfasst ja 360 Grade, das Jahr hat aber 365 Tage, die durch ein geringes Zurückbleiben der Sonne gegenüber der übrigen Planetenbewegungen zustande kommt. Auf diese Weise kommen zu den 360 Graden noch die fünf Tage hinzu. Und einer dieser Punkte liegt gerade um den 10. Oktober, das heißt im 18. Grad im Waagezeichen. Nun hatte ich mich schon darauf vorbereitet, musste aber kurz vorher eine Reise nach Frankfurt unternehmen und fand bei der Rückfahrt erheblichen Widerstand. Mitten auf der Fahrt stellte sich etwas quer davor und wollte die Rückreise verhindern. Ich habe die Vorträge aber dann doch gehalten. Auch bei der Fahrt nach Norden selbst trat so dichter Nebel auf, dass es fast unmöglich war hinzukommen. Es waren wirklich die größten Widerstände da. Und auch jetzt in dieser Woche, wo es darum ging, diesen Vortrag für uns hier vorzubereiten, erlebte ich die größten Widerstände. Sehen Sie, es hat mit dem Thema schon etwas Besonderes auf sich. Es geht nicht so sehr um ein medizinisches Problem, es steht noch etwas ganz anderes dahinter.
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Um uns ein Verständnis für das Fieber zu erwerben, wollen wir zunächst einmal das Leben selbst ansehen, die Natur, ob wir dort etwas finden können, was uns weiterhilft. Betrachten wir einmal den Jahreslauf. Wenn Sie an das letzte Jahr denken, da hatten wir ja im Sommer die größte Hitze, die kann man schon mit dem Fieber vergleichen. Und wenn man den Jahreslauf weiter verfolgt, dann wird es auch wieder kälter. So kann man Jahr für Jahr durch die Beobachtung der Natur in die aller tiefsten Geheimnisse des Daseins eingeweiht werden. Aber wenn man es vergessen hat oder versäumt hat, die verschiedenen Stimmungen des Jahres zu beobachten, dann kann man es auch im Kleinen, im Tageslauf nachholen. Auch da haben wir einen Wärmeanstieg bis zum Mittag und dann wieder einen Temperaturabfall bis in die Nacht hinein. Und auch der Mensch vollzieht Tag für Tag rhythmisch im 24-Stunden-Rhythmus einen Temperaturanstieg und -abfall. Er hat gewissermaßen eine innere Wärmeuhr. Diese Zusammenhänge seien nur einmal als Tatsache erwähnt. Ein anderes Wärmephänomen finden wir in der Natur durch die Warmblüter und Kaltblüter. Manche Tiere sorgen selbst für ihren Wärmehaushalt und andere sind darauf angewiesen, dass sie von außen erwärmt werden. Die Eidechsen zum Beispiel, die kommen ganz in die Erstarrung, wenn es kalt ist, sie sind wechselwarm. Der Mensch dagegen erzeugt sich die Wärme selbst und hält Sie auch recht konstant. Diese Warme scheint dem Menschen etwas ganz besonders Wichtiges zu sein, denn in Notzeiten erhält er die Wärme aufrecht. Die Fettreserven werden rückhaltlos verbrannt, auch die Muskulatur wird eingeschmolzen. um eine konstante Wärme aufrechtzuerhalten. Und bei Fortbestehen der Notzeiten geht dieser Prozess sogar so weit, dass auch Organgewebe, das Drüsengewebe, eingeschmolzen wird, um die Wärme aufrechtzuerhalten.


In der Natur finden wir noch ein anderes Phänomen. Es gibt Tiere, die einen Winterschlaf halten. Dabei sinkt die Körpertemperatur erheblich ab, um dann beim Wiedererwachen innerhalb von 20 Minuten auf das normale Niveau wieder anzusteigen. Es ist schon sehr erstaunlich, wie präzise hierbei die Wärmeregulation erfolgt.

Auch für den Menschen ist die Wärmeregulation von großer Bedeutung. Dadurch, dass oberflächliche Hautadern stärker oder weniger stark durchströmt werden, kann Wärme abgegeben werden, und so auch durch die Haut selbst beim Schwitzen. Auch durch die Atmung kann Wärme abgegeben werden. Im Tierreich finden wir zusätzlich das Hecheln des Hundes, der sich mit seiner Zunge Kühlung zufächelt. Umgekehrt kann Wärme gebildet werden durch Zittern, im Extremfall durch Schüttelfrost. Das zeigt uns, dass der Organismus eine konstante Wärmelage aufrechterhalten will.


Zunächst soll uns die Frage interessieren, wo die Wärme beim Menschen herkommt. Ein kleiner Teil wird durch die Tätigkeit des Herzens und der Muskulatur gebildet und durch die Arbeit der Organe. Der größte Teil der Wärme entsteht allerdings in der Niere. Üblicherweise kennt man die Niere ja nur als dasjenige Organ, das zur Ausscheidung, zur Produktion des Harns benötigt wird. Aber die Niere ist daneben der eigentliche Wärmespender. Das Blut, das durch die Niere hindurchfließt, wird um 1/10° C angewärmt. Dabei hat die Niere einen siebenfachen Energieumsatz gegenüber dem übrigen Körper- und Muskelsystem. Die Niere gibt aber die Wärme nicht nur unmittelbar an das Blut ab, sondern sie strahlt auch unmittelbar in jeden Winkel des Organismus hinein. Diese Strahlung ist allerdings nur übersinnlich wahrnehmbar. Sie wird beispielsweise angeregt durch eurythmische Bewegungen, die die Nierenstrahlung verstärken. Wenn nun im Organismus so große Anstrengungen zur Wärmeproduktion und zur Aufrechterhaltung einer konstanten Temperatur unternommen werden, dann darf uns doch die Frage interessieren, warum überhaupt Fieber auftritt, warum manchmal eine veränderte Temperatur beobachtet werden kann.

Bevor wir auf diese Frage eingehen, blicken wir zunächst einmal auf den heutigen Menschen, der das Fieber erlebt, und beobachten wir einmal, wie er reagiert. Der heutige Mensch ist ja ungemein selbstbewusst und aufgeklärt. Er besitzt Informationen über nahezu alle Wissensgebiete, bis hinein in die Gentechnik. Und der heutige Mensch ist auch ungeheuer mutig. Er wagt sich in ein viele Tonnen schweres Flugzeug hinein, wobei es schon ein merkwürdiges Phänomen ist, dass so ein schwerer, plumper Klotz überhaupt zum Fliegen gebracht werden kann. Aber der heutige Mensch hat den Mut zu so einem Unternehmen und hat auch den Mut, in 8000 m Höhe durch die Mesonen-Strahlung hindurchzufliegen, wo er sich voll der radioaktiven Strahlung aussetzt. Das ist schon eine Belastung, die vergleichsweise mehr als 20 Röntgenaufnahmen entspricht. Aber der heutige Mensch hat den Mut dazu. Wenn aber dann ein klein wenig Fieber auftritt, dann gerät der heutige Mensch doch sofort in Panik. Das Fieber ist ihm ein ganz wichtiges Symptom, das ihn sehr in Unruhe versetzt. Dabei geht es gar nicht so sehr um das Krankheitsgeschehen, sondern das Fieber selbst verlangt im Bewusstsein des modernen Menschen nach einer sofortigen Therapie. Das Fieber muss bekämpft werden. Dafür gibt es ja schließlich fiebersenkende Medikamente.


Als ich vor meiner Niederlassung als anthroposophischer Arzt die Pflichtzeit der Praxisvertretung absolvierte, wurde ich von den Praxisinhabern mit Nachdruck darauf hingewiesen, immer dafür zu sorgen, dass die Patienten mit fiebersenkenden Medikamenten und den entsprechenden Fieberzäpfchen für die Kinder ausreichend versorgt seien, damit der Arzt nicht bei jedem Fieber gleich gestört werde. Als ehemaliger Chirurg empfand ich da allerdings erheblichen Unmut, denn diese Art Medizin kann durchaus lebensgefährlich werden. Wenn man einem Kind mit Blinddarmreizung solche Medikamente verabreicht, dann wird der Durchbruch überhaupt nicht wahrgenommen, und erst die vereiterte Bauchhöhle macht auf den lebensbedrohlichen Zustand aufmerksam. Als ich dann in meiner eigenen Praxis arbeitete, musste ich die bittere Erfahrung machen, dass praktisch alle Patienten, bevor sie den Arzt anrufen, erst einmal ein Mittel gegen Fieber bereits eingenommen haben, so dass man im Grunde genommen gar keine richtige Diagnose mehr stellen konnte. Das ist also ein Gesichtspunkt.

Ein anderer Gesichtspunkt besteht darin, dass Fieber auftreten kann, wenn Kinder beispielsweise sehr viel Salz essen, wie etwa gesalzene Erdnüsse oder Salzstangen, und dann zum sogenannten ‘Salzfieber‘ kommen. Dazu kann es auch einmal kommen, wenn folgende Situation eintritt: Stellen Sie sich vor, ein Kind erbricht. Dadurch, dass es nunmehr keine Nahrung aufnehmen kann, kommt es in den Zustand der Unterzuckerung, der wiederum weiteres Erbrechen auslöst. Man spricht sogar von unstillbarem Erbrechen. Normalerweise ist dieser Zustand leicht zu beheben, indem man einen Löffel Honig oder Zucker zuführt. In diesem Fall ist Zucker durchaus berechtigt. Wenn dies aber versäumt und das Erbrechen fortgesetzt wird, verfallen die Kinder sehr rasch und müssen ins Krankenhaus. Dort erhalten sie dann zunächst einmal eine Infusion, um die verlorene Flüssigkeit und auch die fehlenden Blutsalze zu ersetzen. Diese Salzinfusion kann nun wiederum Fieber auslösen, das - ohne echten Krankheitswert - weitere Therapieschritte nach sich zieht. Sie sehen schon, die Sache mit dem Fieber ist recht kompliziert. Aber diese Zusammenhänge sollen uns heute weniger beschäftigen, sondern das Fieber im Zusammenhang mit einer Krankheit. Die moderne medizinische Wissenschaft betrachtet ja bei Krankheitsverläufen vor allen Dingen die Stofflichkeit, die Veränderungen im Blut, die stofflich nachweisbaren Antikörper, auch Interferon, aber weniger wird die Temperatur beobachtet. Wenn sie über das normale Niveau ansteigt, wird sie einfach unterdrückt. Dabei ist es heute viel zu wenig bekannt, dass die körpereigene Abwehr, die Antikörper-Wirkung, temperaturabhängig ist, dass sie bei niedrigen Temperaturen gar nicht zur Wirkung kommt. Bereits 1954 wurde an der Freiburger Universität festgestellt, dass bei höherer Körpertemperatur, beispielsweise bei 39° Celsius, sogar Viren und Bakterien ohne weitere medikamentöse Behandlung absterben, allein durch die Körpertemperatur. Das Fieber reicht aus, um die Krankheit zu überwinden.


Vor dem Hintergrund dieser Zusammenhänge wollen wir jetzt die Frage nach der Bedeutung des Fiebers von der Schwangerschaft bis ins hohe Alter hinein betrachten. Warum wird diese Frage gestellt? Heute ist ja so oft die Rede von Bio-Rhythmen, von der inneren Organuhr, und man spricht ja auch davon, was beim Menschen normal ist, was bei allen Menschen gemeinsam und vergleichbar ist. Nun sind die Menschen aber ganz unterschiedlich. Einer wird nachts geboren, ein anderer wird tagsüber geboren, einer erblickt das Licht der Welt im Winter, ein anderer im Sommer. Alle Menschen erleben ganz andere Licht- und Temperaturverhältnisse, wenn sie ins Leben hereinkommen. Wie ist bei dieser großen Vielfalt das Fieber einzuordnen? Wie können wir uns ein Verständnis hierfür erwerben?
Ein altes Sprichwort sagt: “Den Kopf halt kalt, die Füße warm.“ Dabei ist weniger der Hitzkopf gemeint, als vielmehr die katarralische, fieberhafte Erkrankung im Kopfbereich. Nehmen wir ein einfaches Beispiel, die Entzündung der Nasennebenhöhlen: Da haben wir die Hitze, die Entzündung im Kopf und die Füße sind kalt, genau umgekehrt wie es sein soll. Am besten verstehen wir das Problem. wenn wir uns den dreigliedrigen Menschen anschauen.


Sinnes-Nerven-Pol
Rhythmisches System
Stoffwechsel-Gliedmaßen-Pol.


Der Sinnes-Nerven-Pol, das heißt der Kopfbereich, soll kalt sein, und der Stoffwechsel-Gliedmaßen-Pol soll warm sein. Der rhythmische Bereich vermittelt zwischen den beiden. Die menschliche Mitte führt den Ausgleich zwischen warm und kalt herbei. Wenn wir also das Fieber verstehen wollen, müssen wir auf den Menschen selber blicken. Der Mensch ist allerdings ein recht kompliziertes Wesen, da er ständig ein Doppelleben führt. Zum einen lebt der Mensch im Zeitenlauf von der Ungeborenheit bis ins hohe Alter, zum anderen ist der Mensch ein Raumeswesen. Er lebt in Zeit und Raum. Wir kommen also mit der Betrachtung des dreigliedrigen Menschen, dem Sinnes-Nerven-Pol, der menschlichen Mitte und dem Stoffwechsel- Gliedmaßen-Menschen alleine nicht aus. Wir müssen uns auch die vier Wesensglieder genau ansehen wir müssen sie mit in die Betrachtung einbeziehen.
 

Physischer Leib
Ätherleib
Astralleib
Ich-Organisation.

Um das zu verstehen, was sich mit dem Fieber im Menschen abspielt, wollen wir einmal versuchen, ob wir in der Natur einen Prozess finden, der uns zur Erklärung dienen kann, ein Prozess, der sich in Raum und Zeit abspielt.


Da haben wir in der Räumlichkeit die Sonne, die ihre Wärme herunterscheint, und die Pflanze, die auf der Erde wächst; und im Zeitenlauf haben wir die Bewegung der Sonne durch den Tierkreis und den Jahreslauf, der den Zustand der Pflanze auch zeitlich verändern lässt. Die Pflanze wächst, sie blüht, sie bringt Früchte hervor, und die Früchte reifen. Das Ganze kann man beschleunigen, indem man die Pflanzenteile in den Kochtopf steckt und sie durchkocht. Das beschleunigt den Prozess. Dieses Kochen sei uns zunächst ein Bild für das Fieber. Und wir wollen einmal versuchen herauszufinden, wo wir bei der Betrachtung des menschlichen Lebens und bei der Betrachtung seiner Wesensglieder dieses Bild zur Anwendung bringen können.


Wir müssen also bei der Schwangerschaft beginnen. Und so, wie in der Natur die Sonnenwärme die Pflanze reifen lässt, so reift die Leibesfrucht in der wärmenden, schützenden Umhüllung in abgeschiedener Geborgenheit. Allerdings können schon Attacken hereinwirken durch seelische Erlebnisse der Mutter. Das, was der Mutter einen Schock versetzt, schlägt durch bis in die Leiblichkeit des ungeborenen Kindes und erzeugt ein Muttermal. Wir brauchen also für die Mutter eine schöne Umgebung und auch Geborgenheit. In früheren Zeiten hat man darauf mehr Rücksicht genommen, da man noch ein Bewusstsein hierfür hatte. Die Griechen ließen zum Beispiel schwangere Frauen nicht in viereckigen Räumen verweilen, da sie die Wirkung des rechten Winkels kannten. Eine schöne Umgebung, Güte und Freundlichkeit geben die besten Voraussetzungen, dass das Kind gut gedeihen kann. Seelenwärme der Mutter gehört ebenfalls dazu.


Wenn wir jetzt auf das neugeborene Kind blicken, so finden wir ein Wesen, das ganz offen für seine Umgebung ist. Das Kind ist mit seinem ganzen Organismus Sinnesorgan. Das geht soweit, dass auch die Stimmungen der Menschen in der Umgebung des Kindes wahrgenommen werden und auf die Organe des Kindes wirken. Schöne, ausgewogene und harmonische Zusammenhänge in der Umgebung des Kindes wirken für die Entwicklung und auch für die Organentwicklung fördernd, hässliche, disharmonische, widerwärtige Zustände wirken hemmend und schädlich für die Entwicklung des Kindes, bis hinein in die Organentwicklung.


Nun können wir in dem ersten Lebensabschnitt, im ersten Jahrsiebt, eine Entwicklung in drei Schritten feststellen. Gewissermaßen stufenweise, schrittweise, kommt das Kind in das Dasein herein. So. wie wir in der Tabelle den dreigliedrigen Menschen aufgeschrieben haben, so lebt das neugeborene Kind bis zum dritten Lebensjahr zunächst ganz im Kopf, es ist ganz Sinnesorgan. In diese Zeit reicht später unsere Erinnerung nicht zurück. Dann kommt der zweite Lebensabschnitt, da lebt das Kind ganz in der menschlichen Mitte, im rhythmischen System, etwa ab dem Zeitpunkt, da die Kontrolle über Blase und Darmentleerung erreicht wird. Ungünstige äußere Bedingungen erzeugen dann auch für das spätere Leben Erkrankungen im rhythmischen System. Und schließlich, als dritter Entwicklungsschritt, kommt das Kind mit etwa fünf Jahren in die Gliedmaßen, die Zeit der Bewegung, auch die Zeit für den Eintritt in den Kindergarten. So, wie sich im dritten bis fünften Lebensjahr der Rhythmus verändert und manifestiert, so festigt sich in diesem Lebensabschnitt auch der Stoffwechsel. In diesem Lebensalter hat die Bewegung der Kinder nach rhythmischen Klängen eine ganz besondere Bedeutung. Es kann nicht genug betont werden, wie förderlich für die Organentwicklung eine solche Bewegung ist.


Bis zum siebten Lebensjahr lebt das Kind vom Vererbungsstrom. Das, was von den Eltern übernommen wurde, kommt zur Entfaltung. Dann, mit dem Zahnwechsel und dem Gestaltwandel, baut sich das Kind seinen eigenen persönlichen, individuellen Organismus auf. Da kann man nicht mehr von Vererbung sprechen, das Kind hat nun seinen eigenen Körper. Im Zusammenhang mit den Zähnen gibt es einen weit verbreiteten Trugschluss: das Zahnfieber. Es wird Ursache und Wirkung verwechselt. Wenn bei dem Kind eine fieberhafte Erkrankung vorliegt, wachsen die Zähne durch die Temperaturerhöhung und kommen zum Durchbruch. Es ist aber nicht so, dass das Wachsen der Zähne selbst Fieber erzeugen würde.


Im ersten Jahrsiebt kommt es vor allen Dingen zur Ausgestaltung des physischen Leibes, zum Wachsen und Reifen der Organe. Mit dem Zahnwechsel erfolgt sogleich eine Veränderung der Wesenheit des Kindes. Man kann es die Geburt des Ätherleibes nennen, der zuvor das Kind als schützende Hülle umgeben hatte. Die Wachstumskräfte wandeln sich um in Denkkräfte, so dass im zweiten Jahrsiebt die Schulreife erlangt wird und sich das Gedächtnis entwickelt. Nicht das logische Denken und Urteilen sollte in dieser Zeit zur Ausbildung kommen, sondern die Gedächtniskräfte müssen entfaltet werden, denn dies kann später nicht mehr nachgeholt werden. Erst im dritten Jahrsiebt, nach der Geburt des Astralleibes, kommt das Kind zur Urteilskraft. Und schließlich, mit einundzwanzig Jahren, erlangt der Mensch die volle Herrschaft über die geistigen Fähigkeiten, über sein Ich. Der Mensch wird dann ganz selbständig, erlangt die Herrschaft über den Willen und kann die innere Wärme, auch die Seelenwarme, nunmehr voll zur Entfaltung bringen. 

Diese vier Entwicklungsschritte verstehen wir am besten, wenn wir sie im Zusammenhang mit der Erdenentwicklung sehen. Der erste Zustand unserer Erde, der sogenannte „Alte Saturn“ bereitete ja den Physischen Leib vor - nicht in materieller Form, sondern nur als Wärmeverdichtung.


Der zweite Entwicklungsschritt unserer Erde wird die „Alte Sonne“ genannt. Die Vorbereitung der Ätherkräfte, der Lebenskräfte, der Wachstumskräfte fand damals statt. Und der dritte Entwicklungsschritt unserer Erde, der sogenannte ‘Alte Mond‘, hatte die Entwicklung des Astralleibes, der Seele, zum Inhalt.

Erst auf der heutigen Erde tritt in der Menschheitsentwicklung dasjenige Wesensglied auf, das den Menschen die Möglichkeit zur Höherentwicklung eröffnet, das menschliche ‘Ich‘.

Es ist ein merkwürdiges, ein interessantes Geschehen, das mit der Ich-Begabung des Menschen vollzogen wird. Wenn wir uns den Beginn einer Schwangerschaft ansehen - voraus geht ja die rhythmische, zyklische Wiederholung, die mit Gebärmutterveränderung und Eisprung einhergeht - da findet etwas ganz Interessantes statt. Zur Mitte des Zyklus. etwa zum Zeitpunkt des Eisprunges, steigt die Temperatur. Wärme wird gebildet, ein Wärmemantel wird ausgebreitet, um bei der Befruchtung das menschliche ‘Ich‘ aufzunehmen, ein Wärmeschild, ein Wärmeschutz, eine Wärmeumhüllung zum Empfang des menschlichen „Ich“. Es ist das Fieber, das den Schulz gewährt, das die Angriffe auf das menschliche Leben abwehrt, den Säugling mit Wärme schützend umhüllt. Gerade der Wärmeverlust stellt für das neugeborene Kind die größte Gefahr dar. Der hüllende Schutz durch die Mutter muss durch ausreichende Hüllen ersetzt werden. Allerdings hat das kleine Kind beim Fieberanstieg gewisse Flüssigkeitsprobleme, da in diesem Alter der Ätherleib, der die Flüssigkeiten reguliert, noch nicht geboren ist.

 
Wenn wir nun nach der Geburt die Wirkung des Fiebers und der Wärme auf die vier Wesensglieder betrachten, so wollen wir bei dem physischen Leib beginnen. Licht und Wärme sind erforderlich für das Wachsen der Knochen. Der Knochen besteht ja aus phosphorsaurem Kalk, und Phosphor, ‘Phosphorus‘, das ist der ‘Lichtträger‘. Also der Knochen benötigt Licht zum Wachstum. Wenn es nicht genügend zur Verfügung steht, so versucht das Kind, durch Wärmebildung nachzuhelfen. Das Schwitzen und die Temperaturerhöhung beim kleinen Säugling ist der erste Hinweis auf die Knochenbildungsstörung, die Rachitis, die englische Krankheit, die Lichtmangelkrankheit. Es ist ein gewisser Aberglaube, wenn man annimmt, durch die Verabreichung von Vitamin D diese Krankheit verhindern zu können. Man macht sie auf diese Weise nur unsichtbar. Durch künstliches Vitamin D werden zwar die Knochen verfestigt, aber die Krankheit wandelt ihr Gesicht. Die Rachitis tritt dann durch Wasseransammlung im Mittelohr auf, durch Wucherungen, die man im Volksmund ‘Polypen‘ nennt und durch Verdauungsstörungen mit Gasbildung im Bauchbereich. Man verschleppt auf diese Weise die Krankheit bis ins Schulalter. wo sie dann auch noch zu Konzentrationsschwäche und Dumpfheit führt. Sinnvollerweise wird man mit Licht und Wärme behandeln und medikamentös in dieser Richtung unterstützen mit Schwefel und später mit Stannum, den formgebenden Kräften des Planeten Jupiter.


Gehen wir weiter und wenden das Bild des Fiebers auf den Ätherleib an. Wie können wir dem Ätherleib zu Hilfe kommen, wenn ihm Licht und Wärme fehlen? Welche Krankheitserscheinungen liegen vor? Die Eiweißprozesse werden nicht beherrscht, man spricht gewissermaßen vom lymphatischen Kind. Die Drüsen schwellen an, die Konstitution ist pastös mit ständigem Verquollen- und Geschwollensein der Atemwege und laufender Nase.  Ja, das unbeherrschte Eiweiß erscheint sogar in den Ausscheidungen, man findet Eiweiß im Urin. Der offizielle Ausdruck dafür ist das „nephrotische Syndrom“, das schon in jungen Jahren zu Schrumpfnieren führen kann, vor allen Dingen dann, wenn es mit Cortison behandelt wird. Wie kann man hier Abhilfe schaffen? Wie kann man dem Ätherleib zu Hilfe kommen? Nun, er hilft sich selber durch die Masern. Der beschriebene Kochprozess wird auf den Ätherleib angewendet. Es wird zweimalig Fieber erzeugt, zuerst als katarrhalisches Stadium, dann fällt das Fieber ab, und mit dem Ausschlag der Masern steigt das Fieber wieder an. Die mangelhaften Eiweißprozesse reifen aus, die Schwäche wird überwunden, das nephrotische Syndrom verschwindet. Der Ätherleib gewinnt die Oberhand über die Vorgänge im Flüssigkeitsorganismus.


Betrachten wir die Vorgänge des schwächlichen Astralleibes, das Erscheinungsbild des nervösen Zappelkindes, das ständig warum fragen muss. Hier tritt das Fieber im Gewand des Scharlachs auf, um Abhilfe zu schaffen. Die frühreifen, intellektualisierten Kinder lernen wieder spielen, sie finden sich in der Welt wieder zurecht. Nach überstandenem Scharlach kann man Äußerungen hören wie: „Die Welt sieht ja ganz neu aus, alles ist so sauber!“ Und die Warum-Fragerei hört auch auf. Aber Scharlach ist nicht gesellschaftsfähig, es tritt sofort Panik auf. Die Kontaktpersonen dürfen nicht mehr in den Kindergarten. Es herrscht Angst vor der Ansteckung, die es in Wirklichkeit gar nicht gibt. Stimmungen sind ansteckend, aber nicht die Kinderkrankheiten. Nur derjenige erkrankt, der auch die Disposition dazu hat, ganz gleich, ob in seiner Umgebung andere auch erkrankt sind oder nicht. Und die armen Kinder, bei denen man die Scharlacherkrankung durch eine Penicillin-Behandlung unterdrückt, können den notwendigen Reifungsprozess nicht durchlaufen, Aus diesem Grunde bekommen sie auch Scharlach immer wieder, bis zu vier-, fünfmal kann sich die Prozedur wiederholen.
 

Schließlich geht es noch darum, dass die beschriebenen Wesensglieder im rechten Maße ineinandergreifen. Geschieht dies nicht, so kommen Störungen zustande, die einerseits als ständige katarrhalische Erkältungskrankheiten auftreten, andererseits können bei diesem Ineinandergreifen der Wesensglieder, das dem ‘Ich‘ unterliegt, Entgleisungen erfolgen, die das Nervensystem zu sehr in Anspruch nehmen. In all diesen Fällen kommt der Keuchhusten zu Hilfe. Da setzt sich das ‘Ich‘ über alles hinweg. Es hustet den anderen gewissermaßen einmal ganz kräftig etwas, es bringt die Unordnung im eigenen Organismus ins Gleichgewicht. Gerade nach der Keuchhustenerkrankung kann man oft deutliche Entwicklungsschritte feststellen.


Da man heute oft der Ansicht ist, die Kindekrankheiten wegschaffen zu müssen, und von den Krankenkassen Reklame für das Impfen gemacht wird - obwohl in der heutigen Zeit sogar diejenigen Wissenschaftler, die man als ernsthaft bezeichnen kann, dringend vom Impfen abraten, da die Impfschäden in keinem vertretbaren Verhältnis zu den Krankheiten selbst stehen - soll einmal am Beispiel der sogenannten Kinderlähmung, der Poliomyelitis, die Bedeutung des Fiebers veranschaulicht werden. Es ist ja eine Erkrankung, die völlig unberechtigterweise die Menschheit in Angst und Schrecken versetzt, da sie durchaus geheilt werden kann. Sie heilt folgenlos aus, wenn man nicht das Fieber unterdrückt oder wenn man bei fehlendem Fieber durch heiße Bäder oder Wärmflaschen die Temperatursteigerung künstlich herbeiführt. Gefährlich wird die Krankheit, wenn man sie falsch behandelt, wenn man das Fieber unterdrückt durch fiebersenkende Medikamente oder gar durch eine Antibiotika- und Corticoid-Behandlung. Zum Verständnis dieser Krankheit gehört aber noch etwas anderes, denn üblicherweise erkranken die Kinder nicht an der Polio, es müssen erst zwei Bedingungen erfüllt werden, damit es überhaupt zur Krankheit kommen kann. Die Kinder müssen unterkühlt und unterzuckert sein. Dieses Zusammentreffen ist normalerweise ungewöhnlich, aber es kommt gerade im Schwimmbad vor, und zwar dann, wenn die Kinder kalt aus dem Wasser herauskommen und dann Süßigkeiten essen, wodurch nach einem kurzen Blutzuckeranstieg zwangsläufig eine Unterzuckerung eintritt. Wenn man diese Zusammenhänge kennt, ist die Krankheit auch ohne Impfen durchaus vermeidbar. Wir sehen also, dass Krankheitsdispositionen und -anfälligkeiten durch Fieber und Wärme überwunden werden können, so wie ja auch Seelenwarme, Geduld, Wohlwollen förderlich für die Entwicklung der Kinder sind, so dass die Kinder in freier Entwicklung ihre Fähigkeiten entfalten können, indem man sie beobachtet und hilfreich unterstützt. Schimpfen und Kritisieren nützen dagegen wenig, vielmehr sollte man den Kindern helfen, ihre Temperamente zu entfalten.
Das cholerische Kind muss seinen Meister finden, indem es erlebt, dass der Erwachsene eine Arbeit mit Leichtigkeit verrichtet, die das zornige Kind nicht vollbringen kann, wie zum Beispiel das Hochheben eines schweren Gegenstandes. Das melancholische Kind braucht als Vorbild einen leidgeprüften alten Menschen, der am Leid nicht zerbrochen, sondern gewachsen ist. An diesem Vorbild kann das melancholische Kind wachsen.


So kann man die Kinder in der Entwicklung fördern, aber man kann ihnen auch gehörig schaden. Wenn ein Kind im Schulalter vom Lehrer gehänselt wird, dann wird damit die Anlage für den Altersdiabetes gelegt. Ein cholerischer Pädagoge erzeugt beim Kind die Voraussetzungen für den Rheumatismus. Und das, was der Pedant dem Kind gegenüber bewirkt, wird für das Kind schicksalhaft, daran hat es das ganze Leben zu tragen. Diese Dinge wollen beachtet werden. Das Kind braucht zwar Grenzen - die muss es unbedingt haben, und zwar feste Grenzen, die nicht am nächsten Tag wieder durch Inkonsequenz im Verhalten des Erwachsenen in Frage gestellt werden - aber das Kind braucht keine Erklärungen, keine Diskussionen, sondern es braucht ein Vorbild, an dem es sich orientieren kann.


Wir wollen in unserem Thema aber weitergehen und nun die Frage nach dem Erwachsenen stellen. Wie sieht es da mit der Krankheit aus? Die Entwicklung ist ja abgeschlossen, lediglich die geistige Entwicklung geht weiter, wenn geistig gearbeitet wird im Sinne der Anthroposophie. Ansonsten bleibt der Mensch auf dem geistigen Niveau eines Siebenundzwanzigjährigen stehen, wenn er sich nur an dem orientiert, was das äußere Leben zu bieten hat an Wissenschaft und Bildung. Was bedeutet nun die Krankheit im Erwachsenenalter? Sie wird zum Schicksal. Sie wird zum Erzieher. Sie kann dem Menschen eine neue Lebensrichtung bedeuten. Durch die Krankheit wird der Mensch herausgerissen aus seinen Lebenszusammenhängen. Er muss sich neu orientieren. Aber noch etwas anderes wird bewirkt durch die Krankheit. Das, was über lange Zeiträume, über Jahre an Schädlichkeit den Organismus geschwächt hat, das wird nun mit einem Mal überwunden. Gerade darin liegt die Wertigkeit des Fiebers, der Pneumonie, der Lungenentzündung. Da macht der Organismus reinen Tisch. Unterdrückt man es, verhindert man das Fieber, dann bleibt alles beim Alten. Dies führt allerdings zur Verhärtung, zur Sklerose, zum Rheumatismus. Nur im Kopfbereich, am Sinnes-Nerven-Pol, ist die Kälte, die nüchterne Kühle, berechtigt. Aber heute wird die Kälte ja in der Therapie auf den ganzen Organismus ausgedehnt. Der Eisbeutel hat die Wärmflasche verdrängt. Die Kälte ergreift sogar die Körpertemperatur, sie sinkt häufig deutlich ab. Dies führt schließlich zur Sklerose und zum Karzinom. Gerade die weit verbreitete Anwendung der fiebersenkenden Medikamente, des Aspirins, des Cortisons, der Antirheumatika, wirkt in diese Richtung. Zur Heilung tragen diese Mittel nicht bei. Was der Mensch benötigt, ist ein Wärmemantel.


Aber in diesem Kampf ums Dasein, im Überwiegen der Kälteprozesse durch einseitige Anwendung des nüchternen Intellektes, wobei die Herzlichkeit, die Wärme, die menschliche Mitte völlig verlorengehen, treten noch andere Dinge auf, die wir heute einmal genauer beleuchten wollen: die Frage nach Sympathie und Antipathie. Stellen Sie sich vor, Sie sind im Berufsleben integriert und haben sich höflich und taktvoll verhalten, gewissenhaft Ihre Arbeit erledigt, so dass es keinen Grund zum Anstoß gibt. Und dennoch erleben Sie, ohne dass es einen äußeren Anlass gibt, von einem Mitarbeiter ständig Schikanen. Ohne äußeren Grund und Anlass entwickelt er Ihnen gegenüber Antipathie und macht Ihnen das Leben schwer. Völlig unverständlich erscheint Ihnen dies. Was liegt hier vor? Wir finden die Erklärung erst dann, wenn wir zurückblicken in frühere Erdenleben.

Da kann folgender Fall vorliegen: Unsere wissenschaftlich-materialistische Erziehung erklärt ja alle Prozesse in der äußeren Natur durch Physik und Chemie. Durch Märchen und Legenden und vor allem durch Anthroposophie wissen wir aber, dass es neben den chemischen Prozessen auch noch elementare Wesenheiten gibt, die zum Beispiel am Pflanzenwachstum beteiligt sind. Auch beim Fallen der Schneeflocken und beim Brausen des Sturmes sowie bei den Sternenbewegungen sind solche elementaren Wesenheiten beteiligt. Wir wissen allerdings heute recht wenig davon. In früheren Zeiten, beispielsweise im letzten Leben, konnte der Mensch durchaus noch ein Empfinden für diese Wesenheiten entwickeln. Wenn ein Mensch aber in einem früheren Leben durch seine Gesinnung diese Wesenheiten nicht ernst genommen hat, wenn er sie gekränkt hat durch einen gewissen feinen Hochmut, diese Wesen beim Betrachten der äußeren Natur, bei der Nahrungsaufnahme, beim Anschauen einer Blume, einfach außer Acht gelassen hat, dann verübeln einem diese elementaren Wesenheiten das Verhalten - und sie rächen sich. Sie rächen sich in der Weise, dass sie in der Zeit nach dem Tode gewissermaßen einem den Weg versperren, einem den weiteren Weg im Bereich der geistigen Welten verhindern wollen. Im Allgemeinen verhält sich der Mensch dann so, dass er sie beiseiteschiebt und seinen Weg fortsetzt. Dann bleibt die Sache ungesühnt und nimmt ihre Fortsetzung. Wenn der Mensch ins nächste Leben eintritt, das heißt also in das jetzige Leben, dann erscheinen diese elementaren Wesenheiten, die einstmals gekränkt wurden, wiederum und belästigen einen von neuem. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen können sie als Mikroorganismen Krankheiten erzeugen, zum anderen können sie irgendeinen Menschen, beispielsweise unseren Kollegen, der uns schikaniert, besessen machen. Sie können durch den anderen Menschen hindurch uns gegenüber negative Wirkungen hervorrufen, Das wäre also die Erklärung für Antipathie. Es gibt aber noch eine zweite, und die hat nun mit der Niere zutun, Wir hatten ja schon gehört, dass die Niere dasjenige Organ ist, das im Körper die Wärme erzeugt. Sie hat aber noch eine andere Aufgabe, denn es gibt im Leben des Menschen einen Stoff, den er nicht verträgt. Dieser Stoff hat den bezeichnenden Namen Stickstoff. Er würde uns ersticken, wenn wir ihn nicht wegschaffen. Säugetiere entfernen diesen Stoff aus dem Organismus, indem sie Harnstoff bilden. Vögel und Reptilien entfernen diesen Stickstoff, Indern sie Harnsäure bilden. Der Mensch kann beides. Er kann den Stickstoff aus dem Körper sowohl durch Harnsäure als auch durch Harnstoff eliminieren. Und gerade in diesem Wegschaffen liegt ein soziales Element. Denn das, was der Mensch nicht wegschaffen kann, das atmet er aus. Und die anderen Menschen in seiner Umgebung müssen es einatmen. Sie werden dadurch belästigt. Und hierdurch entsteht Antipathie. Im wahrsten Sinne des Wortes kann man sagen, dass diese Menschen den anderen nicht riechen mögen. Es ist aber nicht der Geruch von Knoblauch gemeint, sondern es geht um die Nahrung, die der Mensch zu sich nimmt. Gute, wertvolle, edle Nahrungsmittel, zum Beispiel Demeterprodukte, erzeugen wenig von dem schädlichen Stoff, so dass die Niere ihrer Aufgabe nachkommen kann. Genmanipulierte Nahrungsmittel, konservierte Nahrungsmittel oder auch chemisch manipulierte, kunstdüngergezogene Nahrungsmittel erzeugen viel von dem schädlichen Stoff, sodass die Niere nicht alles entfernen kann. Dann kommt es dazu, dass die Ausatemluft für die Mitmenschen unangenehm wird.

Im Grunde genommen lässt sich der Krankheitsprozess im Erwachsenenalter auf zwei große Gruppen reduzieren, zum einen auf die entzündlich katarrhalischen Erkrankungen, die mit Fieber einhergehen und geheilt werden, und zum anderen auf die degenerativen, verhärtenden, in der Kälte ablaufenden Erkrankungen, oft mit chronischer Verlaufsform, die nicht zur Heilung führen.


Daneben gibt es aber noch die Störungen, die aus dem Kindesalter herübergreifen. Einige wurden schon erwähnt. Wichtig ist noch eine Störung, die ihre Ursache auch im Vorschulalter hat, in dem Lebensabschnitt, in dem sich die Kinder bewegen sollten, im fünften bis zum siebten Lebensjahr. Wenn unberechtigterweise durch Vorschulerziehung in diesem Lebensabschnitt Wachstumskräfte in Denkkräfte umgewandelt und zu früh in Anspruch genommen werden, dann führt das nach dreißig bis vierzig Jahren zur vorzeitigen Alterung der Gehirnsubstanz, die heute unter dem Namen ‘Alzheimersche Krankheit‘ bekannt ist. Verheerende Folgen werden durch diesen Erziehungsfehler, auf den man heute so stolz ist, hervorgerufen.

Wenn wir es zusammenfassen, so können wir sagen, dass der physische Leib mit den Drüsen arbeitet, dass im Ätherleib die Flüssigkeiten bewegt werden, die Lymphe strömt, dass der Astralleib im luftigen Element lebt und dass das ‘Ich‘ des Menschen mit der Wärme, mit dem Fieber arbeitet. So lebt der Mensch in den vier Elementen, in Erde, Wasser, Luft und Feuer. Und immer, wenn Störungen auftreten, muss das „Ich“ eingreifen. Es bedient sich dabei des Fiebers, der Wärme, um die Störung zu überwinden. In früheren Zeiten haben die Ärzte das gewusst, sie haben das Fieber beobachtet. Für eine gewisse Zeitlang haben sie nicht eingegriffen, sondern sich erst einmal ein Bild von der Krankheit gemacht. Der Verlauf des Fiebers, der rasche Anstieg oder der wellenförmige Verlauf, war ihnen Hinweis für die Diagnose. In diesen Zeiten wusste man, dass durch Fieber, durch eine fieberhafte Krankheit, die Krebskrankheit geheilt werden kann, wie auch andere Krankheiten durch Fieber günstig verliefen. So erkennen wir das Fieber als Ausdruck der Ich-Tätigkeit. Und tritt kein Fieber auf, so handelt es sich um eine Schwäche der Ich-Tätigkeit, um eine Immunschwäche, bis hin zu der heute so gefürchteten HIV-Erkrankung. Will man so eine Erkrankung oder ein Karzinom behandeln, so muss man dem Organismus Kräfte zuführen, man muss ihn erwärmen, beispielsweise durch eine Mistel-Therapie.

Aber gerade da macht die moderne Wissenschaft wieder die größten Fehler. Sie will es mit Gewalt erreichen. Sie glaubt nicht an die Wirkung mit kleinen Entitäten, mit potenzierten Heilmitteln, sie geht in den wägbaren Stoffbereich, in den Milligramm- und Grammbereich. Aber gerade dadurch werden die Heilungstendenzen, die Heilungskräfte endgültig totgeschlagen. Es wird gerade das Gegenteil erreicht. Die Temperatur sinkt noch weiter ab. Man findet bei dem heutigen Menschen geradezu einen Verlust der Wärmeempfindung. Kälte herrscht vor in allen Bereichen. Die Jugendlichen haben oft eine Untertemperatur, aber sie frieren nicht, sie nehmen es nicht wahr. Trotz kalter Witterung sind sie dünn angezogen, ohne ein Empfinden für die Kälte. Kein Fieber stört sie mehr, aber es führt zur Zunahme der Immunkrankheiten. Wir müssen uns da gar nicht wundern.


Wir hatten gehört, dass der Mensch in seiner Kindheit in drei Stufen ins Leben hereinkommt. In den ersten drei Lebensjahren lebt das Kind im Kopfbereich. Dann sollte sich die menschliche Mitte ausbilden, Herzenswärme sollte Platz greifen. Das findet aber nicht statt, die Kopftätigkeit wird bereits bei den Kindern in diese zweite Lebensepoche übertragen. Nichts Rhythmisches, nichts Bewegendes findet statt, nein, die vierjährigen Kinder erhalten technisches Spielzeug, Computerspiele, die sie mit Hilfe der Kopftätigkeit bedienen müssen. Die menschliche Mitte kann sich nicht ausbilden.


Und dann geht es weiter in den dritten Lebensabschnitt vom fünften bis zum siebten Lebensjahr, die Zeit der Bewegung in den Gliedmaßen, der Ausbildung des Stoffwechsels, da wird die Bewegung verhindert, indem die Kopfprozesse auch in diesen Bereich übertragen werden. Die Kinder sitzen vor dem Fernseher. Sie bewegen sich nicht, es arbeitet nur der Kopf, der Sinnes-Nerven-Pol. Und dasjenige, was der Mensch entgegensetzen könnte durch die Kinderkrankheiten, das wird verhindert durch das Impfen und durch das Behandeln mit Antibiotika. Fieberhafte Krankheiten werden nicht zugelassen.


Aber hier handelt es sich nicht um ein medizinisches Problem. Etwas ganz anderes liegt hier vor. Es ist der Angriff auf das menschliche Ich, der Angriff auf den Geist, der Versuch, aus dem Menschen einen kalten Automaten zu machen. Es ist dies die traurige Bilanz unserer derzeitigen Kultur. 


Wir wollen in diesem Jahr noch weitere Tatsachen zusammentragen, die uns dies veranschaulichen und versuchen, einen Ausweg aus diesem Dilemma zu finden.  Wir stehen erst am Anfang.


Zunächst geht es um Verständnis um Wissen, um Begreifen dessen, was die Dinge bedeuten, um was es sich handelt bei der Angst zum Beispiel Angst vor Ansteckung. Angst vor Fieber. Angst vor Krankheit. Angst vor Arbeitsplatzverlust. Es geht um Verständnis und Wissen der Wirkung der fieberunterdrückenden Behandlung. Wie sich hier dasjenige vorbereitet, was uns aus der Anthroposophie bekannt ist als die Inkarnation des Ahriman, die erkannt werden muss, der man mutvoll entgegen gehen sollte, dass sie uns dann einen Zuwachs an Intelligenzkräften bringt, dass sie uns dann nichts anhaben kann. Mut, den Arbeitsplatz zu verlieren, Mut zum Fieber, Mut zur Krankheit, dabei aber ganz Mensch zu bleiben. Rudolf Steiner hat es folgendermaßen ausgedrückt indem er den Ärzten folgende Meditation gab:
 

Fühle in des Fiebers Maß
des Saturns Geistesgabe.
Fühle in des Pulses Zahl
der Sonne Seelenkraft.
Fühle in des Stoff‘s Gewicht
des Mondes Formenmacht.
Dann schauest Du in Deinem Heilerwillen
auch des Erdenmenschen Heilbedarf.

 

Wenn wir das Fieber recht verstehen, dann kann es uns begreiflich erscheinen, dass es um die Tätigkeit des ‘Ich‘ des Menschen geht, um die menschliche Mitte, um die menschliche Stärke, um das innere Gleichgewicht. Damit wollen wir die Betrachtung über das Fieber für heute beschließen.

Bis zum nächsten Mal möchte ich Ihnen noch ein Rätsel mit auf den Weg geben. Unser nächster Vortrag lautet ja „Die stummen Diener des Menschen“.

Wer mag da wohl gemeint sein?

Ich hoffe, Sie bei diesem Vortrag alle gesund wiederzusehen.